12.10.2019

Wettbewerbsvorteil durch Berufsausbildung

Die Friseur-Auszubildende Joelyn Kilburg macht vor, wie man tolle Flecht- und Steckfrisuren zaubert und wie man Foliensträhnen und Locken macht. Fotos: Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg

Der Obermeister der Baugewerks-Innung Trier-Saarburg, Eugen Müller, zeigt Schülern, wie man einen Spielzeug-Bagger steuert.

Elektrotechnikermeister Pascal Blasius-Didier gibt einem Schüler Tipps, der einen Schalter montiert.

In der Werkstatt bauen Schüler eigene Zauberwürfel aus Holz.

Die IGS Trier hat in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg am Tag der Berufs- und Studienorientierung über die Vielfalt und Möglichkeiten einer dualen Ausbildung  informiert.

Karl-Hans Porten legt den Schülern den Zauberwürfel hin. Sechs Holzstäbe, davon einige mit Aussparungen, sind zu einer geometrischen Figur verschmolzen. Die Schüler im Werkraum der IGS Trier sollen den Würfel nachbauen. Auf Zeit. 20 Sekunden haben sie. „Und los!“, sagt der Berufsschullehrer von der BBS für Gestaltung und Technik in Trier. Niemand schafft es. Gemeinsam mit dem Schreinermeister Marc Grewenig aus Welschbillig stellt Porten an diesem Tag Ende September den Tischlerberuf vor und zeigt, welche Freude es machen kann, selber etwas mit den eigenen Händen zu bauen. Dann dürfen die Schülerinnen und Schüler selber ran und bauen unter Anleitung ihre eigenen Zauberwürfel. 

Dass eine Berufsausbildung im Handwerk eine sehr gute Option auch nach dem Abitur sein kann, ist vielen Schülern gar nicht bewusst. Eltern und Gesellschaft vermitteln heutzutage oft das Bild, dass man ein Studium brauche, um beruflich erfolgreich zu sein. Doch ein selbstständiger Meister verdiene oft mehr als ein Bachelor-Absolvent, sagt Olaf Fackler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg. Eine Berufsausbildung könne auch ein Studium ergänzen. „Wer Elektrotechnik studieren möchte, kann vorher eine Ausbildung als Elektroniker absolvieren“, sagt Fackler. Für Architekten biete sich eine Schreinerlehre an. Das stelle einen echten Wettbewerbs-Vorteil nach dem Studium dar, da man bereits Berufserfahrung habe. Während des Studiums entfalle das Pflichtpraktikum. Man verfüge bereits vor dem Studium über einen Berufsabschluss und sei damit abgesichert. Eine Ausbildung sei obendrein in teils nur 18 Monaten möglich. Mit Abitur kann man im zweiten Lehrjahr einsteigen und bei guten Noten die Gesellenprüfung um ein halbes Jahr vorziehen. Und wer kein Abitur hat, erwirbt mit einer Berufsausbildung die allgemeine Fachhochschulreife. Ein Meister hat gar Bachelorstatus und ist somit zu jedem Studium qualifiziert.

Wie die Arbeit als Elektroniker konkret aussieht, zeigen die Elektrotechnikermeister Simon Terres und Pascal Blasius-Didier von der Firma Elektro Bloeck. Sie simulieren die Schaltung einer Förderbandanlage mit Silo, Lichtschranken für den Sicherheitsbereich und mehr. Jeder Schüler schließt einen Schalter an und schraubt ihn zusammen. Auch den Funktionstest übernehmen die Schüler eigenhändig und stellen mit Stolz fest, dass alle Schaltungen richtig installiert sind.

Ebenfalls anspruchsvoll sind die Übungsstationen von Friseur-Meisterin Nadine Knauff im Nachbarklassenraum. Mit der Auszubildenden Joelyn Kilburg zeigt Knauff den Schülern, wie man tolle Flecht- und Steckfrisuren zaubert und wie man Foliensträhnen und Locken macht.

Draußen präsentiert Obermeister Eugen Müller sein Handwerk im BauSprinter, den die Baugewerks-Innung Trier-Saarburg eigens für diesen Tag über den Landesverband gebucht hat. Die Schüler können dort mit einem Spielzeugbagger Holzklötze bewegen. Der Umgang mit der Steuerung will geübt sein. Man müsse sie mit Gefühl bedienen, sagt Müller. Das ist beim Baggersimulatur, in den man sich hineinsetzen kann, nicht anders. Die Firma Köhler für Straßen- und Sonderbau hat gar einen echten, kleinen Bagger mitgebracht. Die Schüler dürfen sich hineinsetzen und unter Aufsicht die Schaufel lenken. Darüber hinaus lernen die IGS-Schülerinnen und Schüler, wie man Wandverschalungen montiert und Pflastersteine legt.

Den Schülerinnen und Schülern bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten. Wer sich jetzt bewirbt, hat die Qual der Wahl: Um die 1000 Lehrstellen haben die Betriebe in der Region zurzeit noch zu vergeben.


 

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