12.10.2019

Schieferherzen und Schornsteinfeger

Bei Dachdecker-Meister Michael Ludes können Schüler ein Entwässerungssystem an einer Regenrinne montieren. Fotos: Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg

Elektrotechnikermeister Pascal Blasius-Didier zeigt Schülern, womit Elektroniker arbeiten.

Lehrlingsbetreuer Sven Philippi (links) und Lehrlingswart Kai Stürmer von der Schornsteinfegerinnung Trier im Gespräch mit Schülern.

Fast 90 Betriebe für 900 Schüler: Die Berufsmesse der Stefan-Andres-Realschule plus in Schweich gab Einblicke in viele Berufe.

87 Betriebe und Institutionen haben sich am 24. September rund 900 Schülern bei der Berufsmesse an der Stefan Andres-Realschule plus mit Fachoberschule vorgestellt. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen acht bis zwölf der Gastgeberschule sowie von weiteren Schulen aus Schweich, Wittlich, Neumagen-Dhron, Trier, Waldrach und Hermeskeil nutzten das Informationsangebot zu Ausbildungsberufen und Studiengängen. 

Die Berufsinfomesse wird bereits im neunten Jahr von der Stefan-Andres-Realschule plus in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg organisiert.

Neben zahlreichen Handwerks-Betrieben und Handwerks-Innungen haben sich viele verschiedene Unternehmen und Behörden, wie zum Beispiel die Bundespolizei, das Forstamt oder die Stadt Trier präsentiert. Dazu kamen Hochschulen und Universitäten aus Trier, Koblenz, Köln, Aachen und Kaiserslautern.

Viel zu sehen und anzupacken gab es bei der Firma Ludes Bedachungen und den Dachdecker-Meistern Michael Ludes und Miriam Dorny. So konnten Schülerinnen und Schüler eine Virtual Reality-Brille aufsetzen und sich anschauen, wie es ist, wenn man auf einem Dach arbeitet. Tom und Max montierten derweil auf Zeit ein Entwässerungssystem an eine Regenrinne. Die Kontrolle der eigenen Arbeit führten die beiden gleich im Anschluss aus – mit Erfolg: Das in die Regenrinne gefüllte Wasser durchläuft das Entwässerungssystem wie geplant und ohne jede Undichtigkeit. Als dritte Station konnte man mit einem Schieferhammer und einer Haubrücke Herzen aus Schieferplatten herausschlagen.

Die Bedachungen Ludes GmbH ist ein Familienbetrieb, der stets nur einen Auszubildenden aufnehmen kann. Den aktuellen Auszubildenden hat Dachdeckermeister Ludes tatsächlich auf einer Berufsmesse wie dieser gefunden. 

Am Stand nebenan präsentierte sich die Schornsteinfegerinnung Trier mit den Lehrlingsbetreuern Marco Schäfer, Sven Philippi sowie Lehrlingswart Kai Stürmer. Für den Nachwuchs bietet die Schornsteinfegerschule Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern einen besonderen Service. Die Auszubildenden können während des Block-Unterrichts dort kostenfrei wohnen, umsonst in der Kantine essen und das hauseigene Fitnessstudio nutzen. Zudem wird jedem Auszubildenden ein Laptop zur Verfügung gestellt.  

15 bis 20 Lehrstellen bietet die Mercedes Hess GmbH & Co. KG in Trier an ihrem Standorten in der Region an. Ein Drittel im kaufmännischen Bereich als Automobilkaufleute, zwei Drittel in der Werkstatt als Mechatroniker, Karosseriebauer und Lackierer. Automobilkaufleute bei Mercedes Hess starten jedoch erst im Verkaufsteam, wenn sie nach der Lehre eine einjährige Weiterbildung absolviert haben. Die Stationen in der kaufmännischen Ausbildung sind im Service, im Ersatzteillager und in der Buchhaltung. 

Wichtig im Job ist vor allem ein gutes Betriebsklima. Dieses findet man bei der Firma Schneider Elektro GmbH aus Bekond, sagen Frederik Haun und Jessica Nummer. Und nach der Ausbildung sei eine Übernahme im Betrieb praktisch sicher. Haun gefällt mitunter an der Arbeit, dass man auch „geheime Orte sieht“, wie zum Beispiel bei Arbeiten auf der Basilika oder im Trierer Dom.

Die Schreiner-Innung Trier-Saarburg war ebenfalls mit mehreren Vertretern vor Ort. Gemeinsam warb man für eine Ausbildung im Schreinerhandwerk. Nebenan präsentierte sich die Leyendecker Holzland GmbH & Co. KG mit den Ausbildungsberufen Kaufmann/-frau im Groß und Außenhandel, dem Dualen Studium Bachelor of Arts Holzbetriebswirtschaft, Kaufmann/-frau im E-Commerce, Holzmechaniker und Fachkraft für Lagerlogistik. 

Michael Eschle, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Trier-Saarburg führte „richtig gute Gespräche mit Schülern.“ Einer der vielen Schüler sei sichtlich interessiert gewesen, erzählte ihm von seinem Praktikum und fragte, wo Eschle ihn in fünf Jahren sehe. Eschle sagte, wenn dieser so ambitioniert und engagiert bleibe, könne er dann bereits vor seiner eignen Meisterprüfung stehen.


 

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