30.08.2019

Zwei deutsche Bauhandwerker sind Weltmeister

Von links: Zimmerer Alexander Bruns, Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Fliesenleger Janis Gentner (unten), Beton- und Stahlbetonbauer Niklas Berroth, Maurer Christoph Rapp, Stuckateur Tobias Schmider und Beton- und Stahlbetonbauer Julian Kiesl. Foto: ZDB

Bei der Berufsweltmeisterschaft in Russland sind der Zimmerer Alexander Bruns und der Fliesenleger Janis Gentner Weltmeister geworden. Die Beton- und Stahlbetonbauer Julian Kiesl und Niklas Berroth gewannen Bronze.

Weltmeister Alexander Bruns wirkt noch am Tag nach dem Wettkampf berauscht. „Es war Wahnsinn. Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze so riesig ist.“ Das Ganze war die 45. Berufsweltmeisterschaft „Worldskills“ im russischen Kasan. 

1354 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern sind vom 22. bis 27. August in 56 nicht akademischen Berufswettbewerben angetreten. Für Deutschland traten 39 Teilnehmer in 35 Disziplinen an – vom Bäcker über Kellner bis hin zum Grafikdesigner und IT-Administrator. Zu den Teilnehmern gehörten auch sechs Bauhandwerker, darunter der 22-jährige Zimmerer Bruns aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Er musste einen Pavillon mit Aufgang und Terrasse bauen – in maximal 22 Stunden über vier Tage verteilt. Rund 250.000 Besucher schauten den maximal 22 Jahre alten Wettkämpfern über die Schulter.

„Mein Wettbewerb lief super“, sagt Bruns, der 2018 auch schon Zimmerer-Europameister wurde. „Ich hatte am zweiten Tag mittags ganz kurz mal einen Durchhänger, aber sonst war es ein Traum. Die anderen drei Tage liefen genau so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin super durch die Zeit gekommen, habe keine Fehler gemacht und habe am Ende sogar 40 Minuten vor Abpfiff abgeben können.“ Zur „einzigartigen Erfahrung“ gehörte für Bruns auch der Austausch mit Teilnehmern aus aller Welt außerhalb des Wettkampfes. Unterstützt wurde Bruns vom Zimmerer-Nationaltrainer Roland Bernardi (58). „Es gibt immer eine Überraschung, auf die man sich bei der WM einstellen muss“, sagt Bernardi. 

Neben Bruns gibt es noch einen zweiten deutschen Weltmeister aus dem Bauhandwerk: Fliesenleger Janis Gentner (21) aus Aalen in Baden-Württemberg. Er ist „aus Überzeugung Fliesenleger geworden“. Beim Abschlusstraining im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Bau der Handwerkskammer Trier in Kenn sagte er kürzlich: „Ich sehe in meiner tagtäglichen Arbeit, was ich kann. Das wird mir auch im Wettbewerb helfen.“ In Kasan hat er eine Duschecke gebaut. Sein Trainer war Roland Filkorn. „Es ist ein sehr filigranes Handwerk, da kommt es auf Präzision an“, sagt Gentner. 

Die zeigten auch die Beton- und Stahlbetonbauer Julian Kiesl (20) aus Mallersdorf-Pfaffenberg in Bayern und Niklas Berroth (21) aus Sulzbach-Laufen in Baden-Württemberg. Beide gewannen eine Bronzemedaille. Maurer Christoph Rapp (22) aus Schemmerhofen in Baden-Württemberg erkämpfte sich einen fünften Platz und erhielt für seine Leistungen eine Medallion for Excellence. Stuckateur Tobias Schmider (21) aus Windelsbach in Bayern wurde Siebter und erhielt ebenfalls eine Medallion for Excellence.

Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, hatte das Team nach Kasan begleitet und zeigte sich beeindruckt von der Leistung der junge Männer: „In Kasan waren Deutschlands beste junge Gesellen am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann.“


 

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