22.05.2019

„Macht, was Euch Spaß macht“

Der Elektroniker Tobias Peter hatte eine Stelle in Luxemburg angenommen. Er spricht aber nicht viel Französisch, daher hatte er sich zusichern lassen, dass er nicht im Dialog mit französischsprachigen Kunden eingesetzt wird. Am Ende brauchte er dann die Sprache doch viel stärker als gedacht. Peter wechselte zurück nach Deutschland und arbeitet nun bei Elektro Benzmüller in Saarburg. Dort gefällt es ihm gut, wie er Achtklässlern der Realschule plus in Saarburg bei einem Berufsinformationstag erzählt. „Macht, was euch Spaß macht und nicht, wo es am meisten Geld gibt“, sagt Peter.

In einem anderen Klassenraum stellt Jörg Baumann von Farben Baumann aus Trassem den Maler- und Lackierer-Beruf vor. „Schon bevor man in den Kindergarten kommt, malt man mit Farben“, sagt Baumann. Er lässt die Schüler auf Holzplatten malen. Kunden hätten zwar oft auch konkrete Wünsche, sie seien aber auch immer froh, wenn sie Gestaltungsvorschläge bekämen, sagt Baumann.

In der Berufsschul-KFZ-Lehrwerkstatt von Lehrer Ferdinand Repplinger gibt KFZ-Mechatroniker-Geselle Florian Hartwigsen-Zerfaß von der KFZ-Werkstatt Stephan Pehl aus Ayl einen Einblick in seinen Berufsalltag. Unterstützt wird er von mehreren Lehrlingen aus verschiedenen Betrieben. „Es zeigt sich schnell, wer Interesse hat“, sagt Hartwigsen-Zerfaß. An neun Stationen lernen die Schüler etwas für das KFZ-Handwerk. So können sie etwa Räder wechseln, an einem Verbrennermotor-Modell das Viertakt-Prinzip kennenlernen, an einer Lichtwand Spannung und Strom von Lampen messen oder an einem Lehrauto sehen, wo sich was im Motorraum befindet. „Die Schüler bekommen alle Informationen aus erster Hand“, sagt Berufsschullehrer Repplinger.

Handarbeit ist auch die Arbeit mit dem Lockenstab. „Den Stab schön nach unten halten, dann fallen die Haare nach unten raus“, sagt Friseurmeisterin Nadine Boor der Schülerin Sara. Diese übt gerade an einem Puppenkopf mit Echthaar. Schülerin Mia sagt: „Meine Schwester hat mir mal das Ohr mit einem Lockenstab verbrannt.“ Boor wird von ihrer Meisterkollegin Sandra Britten unterstützt, beide von dem Unternehmen Meyer und Marks Friseure. „Wir machen die Menschen glücklich“, sagt Ausbildungs- und Regionalleiterin Boor, die sich um 14 Lehrlinge kümmert. Hier in der Gegend ist die Firma unter anderem in Trier, Konz und Grevenmacher vertreten. Bundesweit gibt es 30 Salons. Bei Meyer und Marks erhalten Gesellen und sogar Lehrlinge im dritten Jahr eine zusätzliche Provision, wenn sie viel arbeiten.  

Im Werkraum lässt Zimmerermeister Ludwig Kohn Schüler raten, welche Werkzeuge und Materialien er in der Hand hält und wozu diese gebraucht werden. Dämmwolle, Holzverbinder, Hobel. Die Schüler lernen etwas und sind froh über jeden Punkt, den sie bei dem Quiz bekommen. „Man muss sie ansprechen und mit einbeziehen, nicht nur vortragen“, sagt Kohn, der so einen Kurs nicht zum ersten Mal macht. Er erklärt den Schüler auch, warum die Baumringe abwechselnd hell und dunkel sind.

Im Frühjahr wächst das Holz schneller und es entsteht eine helle Schicht aus lockerem Gewebe, damit Wasser und Mineralien schnell in die Krone zu den Blättern und Blüten transportiert werden können. Im Sommer und Herbst wächst der Baum dann langsamer und hinterlässt eine dünnere und dunklere Schicht. Die helle und die dunkle Schicht zusammen bilden einen Jahresring. Zum Schluss führt Kohn den Schülern noch einen Imagefilm vor. Dieser zeigt unter anderem, wie ein historisches Dach restauriert wird.


 

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