23.03.2020

Informationspool zum Coronavirus

Informationspool zum Coronavirus

Stand: 23.03.2020  08:00 Uhr

Ergänzung vom 20.03.2020
Unter dem nachfolgenden Link erhalten Sie ein Videostatement unseres Geschäftsführers, Herrn Dirk Kleis, mit Infos zur aktuellen Lage und zu den Dienstleistungen Ihrer Kreishandwerkerschaft: https://youtu.be/Ikqwy3LrhCA

Liebe Mitglieder in den Fachinnungen! 

Wir als Kreishandwerkerschaft und unsere Innungen sind für Sie da! Wir möchten Sie in dieser besonderen Situation nach Kräften unterstützen und uns für Sie einsetzen.

Die Coronapandemie stellt uns alle vor noch nicht dagewesene Herausforderungen. Die Gemeinschaft der Innungsbetriebe hält zusammen und wir versuchen uns gegenseitig zu unterstützen.

Wir haben versucht mit den nachstehenden Informationen die Fragen abzudecken, die derzeit am häufigsten gestellt werden. Leider werden wir nicht alle Fragestellungen hiermit abdecken, wenden Sie sich bitte dann an die nachstehend aufgeführten Ansprechpartner. Wir haben weiterhin versucht die Infos knapp und übersichtlich zu halten und auf seriöse Informationsquellen zu verweisen. Die von uns angegebenen (i. d. R. öffentliche) Internetseiten werden regelmäßig aktualisiert und stellen so den jeweils aktuellen Stand dar.

Da viele Einzelfragen noch nicht abschließend geklärt sind, empfehlen wir regelmäßig ihre Infos einem Update zu unterziehen. 

Als Kreishandwerkerschaft stehen wir unseren Mitgliedern jederzeit beratend zur Seite. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir versuchen stets, trotz der dynamischen Lage, sie mit aktuellsten Informationen zu versorgen. 

Wir sollten uns gegenseitig unterstützen, und uns in vertrauenswürdigen Quellen informieren. Keinesfalls sollten wir zulassen, dass Panik und Verunsicherung sich durchsetzen. Halten Sie sich und Ihre Kolleginnen und Kollegen informiert und geben Sie diese wichtigen Informationen auch an Kollegenbetriebe weiter.

 

Zentrale Ansprechpartner Ihrer Kreishandwerkerschaft sind:

 

Dirk Kleis
Geschäftsführer
Telefon: 06551 - 9602-11
Mobil: 0151 - 12162286
E-Mail: dkleis@das-handwerk.de

 

Simone Assmann
Assistentin der Geschäftsführung
Telefon: 06571-9033-14
Mobil: 0176-23767911
E-Mail: sassmann@das-handwerk.de

 

Christian Weirich
Mitgliederbetreuung
Telefon: 06551-9602-13
Mobil: 0171-5468556
E-Mail: cweirich@das-handwerk.de

 

An dieser Stelle sammeln wir alle wichtigen Informationen für Betriebe

·         BDA Leitfaden zu arbeitsrechtlichen Folgen einer Pandemie

·         Aktuelle Informationen des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus

·         Hinweise des Robert Koch-Instituts zu allgemeinen Hygienetipps

·         Youtube-Video der BZgA zu den häufigsten Fragen zum Coronavirus

·         Handbuch "Betriebliche Pandemieplanung" vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz

·         Homepage des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Informationen zu Hilfen für die Wirtschaft

·         Homepage Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz

 

Hotlines für Unternehmen 

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus
(Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.):

Telefon: 030 346465100
Montag – Donnerstag
8:00 bis 18:00 Uhr
Freitag
8:00 bis 12:00 Uhr

Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus:
Telefon: 0 30 18615 1515
Montag – Freitag
9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Hotline zu Fördermaßnahmen:
Förderhotline: 03018615 8000
Montag - Donnerstag
9:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Website der Förderdatenbank

Stabsstelle Unternehmenshilfe Corona im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium:
Telefon: 06131-16-5110
E-Mail
unternehmenshilfe-corona(at)mwvlw.rlp.de

Hotline / Kontakt zur Arbeitsagentur – Beantragung Kurzarbeitergeld
Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur. – Die Kreishandwerkerschaft MEHR hat zum Themenkomplex Kurzarbeitergeld ein aktuelles und umfassendes Infopaket zusammengestellt. Dieses schicken wir Ihnen auf Anfrage jederzeit gerne zu.

Bezirk Koblenz-Mayen und Trier:
Allgemeine Beratung zur Antragstellung KUG bitte nur die    Tel.  0800 4 5555 20

Sobald die Anzeige bei der Arbeitsagentur eingegangen ist   Tel.  0651/ 205 3500

E-Mail:                 Trier.031-OS@arbeitsagentur.de
Telefax:                               0651/205 910 3500

 

Bezirk Montabaur und Neuwied:
Allgemeine Beratung zur Antragstellung KUG bitte nur die    Tel.  0800 4 5555 20

Sobald die Anzeige bei der Arbeitsagentur eingegangen ist   Tel.  02631/891 121

E-Mail:                 Trier.032-OS@arbeitsagentur.de
Telefax:                               02631/891 910 121

 

Coronavirus: Tagesaktuelle Informationen

Umfassende und tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit hier. Empfehlenswert ist ebenfalls die Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

 

Hilfen für Unternehmen

Kurzarbeitergeld

Die Kreishandwerkerschaft MEHR hat zum Themenkomplex Kurzarbeitergeld ein aktuelles und umfassendes Infopaket zusammengestellt. Dieses schicken wir Ihnen auf Anfrage jederzeit gerne zu.
Das Coronavirus kann kurzfristig erhebliche Arbeitsausfälle verursachen. Ein Ausgleich mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes ist grundsätzlich möglich. Das erleichterte Kurzarbeitergeld wegen der Corona-Krise kann bereits kurzfristig fließen. Die Erleichterungen treten rückwirkend zum 1. März in Kraft und werden rückwirkend ausgezahlt. Betriebe können nun Kurzarbeitergeld schon nutzen, wenn nur zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind - statt wie bisher ein Drittel. Den Arbeitgebern werden zudem die Sozialversicherungsbeiträge, die sie bei Kurzarbeit zu zahlen haben, in voller Höhe erstattet.

WICHTIG! In den verschiedenen Gewerken kann es tarifvertragliche Regelungen geben, welche sich auf die Beantragung des Kurzarbeitergeld auswirken! Außerdem kann es je nach Betrieb und Gewerk notwendig sein, dass Sie mit dem Betriebsrat oder den Mitarbeitern vor der Beantragung eine entsprechende Vereinbarungen zur Einführung der Kurzarbeit abschließen müssen!

Für Fragen von Unternehmen ist eine Hotline unter 0800 45555 20 bei der Bundesagentur für Arbeit eingerichtet. 

Die Arbeitsagentur bittet darum möglichst die in den Betrieben vorliegenden Logindaten für den eService der Arbeitsagentur zu verwenden. Sollten Betriebe diese noch nicht haben, möchten Betriebe diese vor dem Antrag bitte bei der örtlich zuständigen Arbeitsagentur beantragen!

https://www.arbeitsagentur.de/news/corona-virus-informationen-fuer-unternehmen-zum-kurzarbeitergeld

 

Finanzhilfen - Förderinstrumente für kurzfristigen Liquiditätsbedarf
Derzeit ist der Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus nicht vorhersehbar. Daher sind die Folgen für das Handwerk schwer abzuschätzen. Je länger die Epidemie anhält, desto stärkere Auswirkungen werden auftreten. Daher kann es bei Handwerksbetrieben möglicherweise zu Lieferengpässen oder anderweitigen Ausfällen kommen. Unter Umständen können Aufträge nicht (rechtzeitig) erfüllt werden.

Unternehmen, Selbständigen und Freiberufler, die eine Finanzierung aus den Hilfsprogrammen nutzen möchten, wenden sich bitte an ihre Hausbank bzw. an Finanzierungspartner, die KfW-Kredite durchleiten. Informationen zu den Programmen finden Sie auch auf der Webseite der KfW.
Die Hotline der KfW für gewerbliche Kredite lautet: 0800 539 9001.

 

Hilfe durch das Land

Das Land hat Unterstützung für Unternehmen bei der Bewältigung der Coronakrise zugesagt. Die landeseigene Förderbank ISB sowie die Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz stellen Betriebsmittelkredite und Bürgschaften zur Verfügung. Nähere Informationen finden Sie hier sowie unter der zentralen Beratungshotline des Landes unter 06131-61721333 oder per E-Mail beratung@isb.rlp.de. Hilfe gibt es auch bei der Beratungsstelle der Handwerkskammer. Ihr Ansprechpartner: Hans-Werner Lichter, Tel. 0651 207 281, E-Mail: hlichter@hwk-trier.de

 

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat alle zur Verfügung stehenden Mittel und Regelungen an einer Stelle gebündelt im Internet zusammengefasst dargestellt. Dort finden Sie alle landesspezifischen Regelungen und vieles mehr zu den Themen

 

                    Darlehen und Bürgschaften

                    Steuerliche Maßnahmen

                    Kurzarbeitergeld

 

https://mwvlw.rlp.de/de/themen/corona/

 

Zur Stabilisierung der Finanzierungssituation stehen Unternehmen in Rheinland-Pfalz neben den In-strumenten der KfW Bankengruppe auch die Instrumente der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) sowie der Bürgschaftsbank Rheinland-Pfalz GmbH zur Verfügung. Erster Ansprechpartner für die Unternehmen sind bei allen Produkten die Hausbanken.

 

Tilgungsaussetzungen bei Programmdarlehen

Ab sofort wird die ISB auch bei Programmdarlehen ohne Haftungsfreistellung auf formlosen Antrag der Hausbank auf dem Bankenleitweg großzügig Tilgungsaussetzungen gewähren. Diese werden zu-nächst bis Jahresende 2020 befristet. Zinsstundungen und Laufzeitverlängerungen sind damit nicht verbunden. Die ISB geht davon aus, dass von dieser Möglichkeit nur in Abstimmung zwischen dem Endkunden und der Hausbank Gebrauch gemacht wird, da Tilgungsaussetzungen nach derzeitiger Einschätzung in der Regel auf der Ebene der Haus-banken mit entsprechenden Konsequenzen in der Risikobewertung anzusiedeln sind.

 

Entschädigung nach Infektionsschutzgesetz
Ansprechpartner in Rheinland-Pfalz für Informationen und Anträge für die Zahlung von Verdienstausfallentschädigungen nach §56 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
ACHTUNG: Diese Entschädigung gibt es nur, wenn ein Mitarbeiter durch das Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt wurde oder Ihr Unternehmen durch das Gesundheitsamt geschlossen wurde. Es gilt NICHT, wenn Ihr Betrieb aufgrund einer Allgemeinverordnung in der z.B. mehrere Branchen behördlich geschlossen werden, geschlossen wurde!

·         Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung. Informationen und Antrag hier.

 

Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen
Bundesweit gültige steuerliche Maßnahmen in der Corona-Krise / Konkretisierung

Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder hat das Bundesministerium der
Finanzen im Hinblick auf Stundungs- und Vollstreckungsmaßnahmen sowie bei der Anpassung von Vorauszahlungen für Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, folgendes vereinbart: 

1. Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen können bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhält-nisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeit-punkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkom-men- und Körperschaftsteuer stellen. Diese An-träge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steu-erpflichtigen die entstandenen Schäden wertmäßig nicht im Einzelnen nachweisen können. Bei der Nachprüfung der Voraussetzungen für Stundungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Re-gel verzichtet werden. 

Hierfür stehen in RLP bereits stark vereinfachte Antragsformulare zur Verfügung.

https://www.lfst-rlp.de/fileadmin/user_upload/Antrag_Stundung_Herbsetzung_Corona.pdf 

2. Anträge auf Stundung der nach dem 31. Dezember 2020 fälligen Steuern sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen, die nur Zeiträume nach dem 31. Dezember 2020 betreffen, sind besonders zu begründen. 

3. Wird dem Finanzamt aufgrund Mitteilung des Vollstreckungsschuldners oder auf andere Weise bekannt, dass der Vollstreckungsschuldner unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist, soll bis zum 31. Dezember 2020 von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeit-punkt fällig werdenden Steuern im Sinne der Ziff. 1 abgesehen werden. In den betreffenden Fällen sollen die Säumniszuschläge für diese Steuern zum 31. Dezember 2020 zu erlassen werden.

 

Antworten auf häufige Fragen (FAQ)

Welche Präventivmaßnahmen sind in Handwerksunternehmen vor Ausbreitung des Corona-Virus zu treffen?

Es sind betriebliche Vorsorge-/Notfallpläne zu erarbeiten. Folgende Maßnahmen sind zu empfehlen:

  • Aufklärung der Arbeitnehmer über die Entstehung und die Symptome der Infektion durch den Arbeitgeber
  • Einführung verschärfter Hygienemaßnahmen in Unternehmen, z.B.
    • Hände häufig und gründlich waschen,
    • Bereitstellen und Nutzen von Desinfektionsmitteln,
    • Unterlassen des Händegebens zur Begrüßung,
    • Fernhalten der Hände aus dem Gesicht,
    • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge,
    • regelmäßiges Lüften geschlossener Räume (siehe Anlage zu Hygienetipps)
  • Festlegen von Geschäftsabläufen bei Personalausfall, insbesondere Vertretungsregelungen und Prioritätensetzung, z.B. wer gleiche Maschinen und gleiche Software bedienen kann
  • Verstärktes Einrichten und Nutzen von Heim-/Telearbeit, Telefon-/Videokonferenzen statt persönlicher Besprechungen
  • Untersagen, Absagen oder ggf. Verschieben sämtlicher Dienstreisen in gefährdete Gegenden durch den Arbeitgeber; Einholung von Informationen und Meldungen bei Reisewarnungen durch das Auswärtige Amt
  • Abraten von Privatreisen in gefährdete Gebiete der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber; bei bereits stattgefundener Reise darf Arbeitgeber den Arbeitnehmer fragen, ob die Reise in einem gefährdeten Gebiet war; Anordnung einer betriebsärztlichen Untersuchung durch Arbeitgeber möglich
  • Information durch den Arbeitnehmer an den Arbeitgeber, wenn Arbeitnehmer in den letzten 14 Tagen mit infizierten und/oder mit Personen, die unter Infektionsverdacht stehen bzw. in gefährdeten Gebieten waren, in Kontakt standen
  • Meidung sozialer Kontakte/Menschenansammlungen, z.B. in der Betriebskantine oder in Pausenräumen, aber auch das Vergrößern der Abstände, z.B. Nutzen des eigenen Pkw/Fahrrads statt öffentlicher Verkehrsmittel
  • Fortführen/Ausweiten jährlicher Grippeschutzimpfungen

Kann der Arbeitnehmer von der Arbeit aufgrund Angst vor einer Infektion fernbleiben?
Bei einem nicht erkrankten Arbeitnehmer besteht die Pflicht die vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen. Diese wird nicht allein dadurch berührt, indem die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung durch den Weg zur Arbeit oder durch Kontakte am Arbeitsplatz erhöht wird. Allerdings kann auf Wunsch des in Deutschland tätigen Arbeitnehmers der Arbeitgeber diesen ohne Bezahlung freistellen. Die Entscheidung trifft der Arbeitgeber.

Im Einzelfall kann der Arbeitgeber aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Arbeitnehmer von der Arbeit freizustellen oder Arbeit im Home-Office zu erlauben, wenn diese Möglichkeit besteht.

Was ist im Ernstfall einer Infektion oder des Verdachts im Betrieb zu unternehmen?
Arbeitnehmer, die Symptome einer Corona-Viruserkrankung aufweisen, sollen schnellstmöglich dem medizinischen Dienst oder telefonisch ihren Hausarzt kontaktieren, um sich über gesonderte Sprechstunden und Maßnahmen zu informieren. Es wird ein Covid-19-Test erfolgen und durch Befragungen herausgefunden werden, mit welchen Kollegen die betroffene Person im unmittelbaren Kontakt stand. Wegen der extrem hohen Ausbreitungsgefahr des Corona-Virus ist eine Infektion meldepflichtig. Die Meldung an das zuständige Gesundheitsamt übernimmt in der Regel der medizinische Dienst oder der Hausarzt.

Sobald der Verdacht einer Ansteckung besteht oder ein Arbeitnehmer an dem Virus erkrankt ist, muss der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht gegenüber den übrigen Beschäftigten nachkommen. In diesem Fall stellt die Offenlegung der Viruserkrankung im Unternehmen eine rechtmäßige Verarbeitung von personenbezogenen Daten dar. Hintergrund ist, dass das dem berechtigten Interesse zum Schutz von Gesundheit und Leben der übrigen Arbeitnehmer dient.

Was passiert, wenn Arbeitnehmer aufgrund einer Corona-Viruserkrankung nicht arbeiten dürfen?
Bricht eine Pandemie aus, kann die zuständige Behörde Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz treffen und zum Beispiel eine Quarantäne verhängen. Dabei kann für Arbeitnehmer ein Tätigkeitsverbot ausgesprochen werden. In dem Fall besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung. Für den daraus folgenden Verdienstausfall kann der Arbeitnehmer eine Entschädigung beanspruchen. Gemäß § 56 Abs. 1, 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG) zahlt diese Entschädigung bis zu sechs Wochen lang der Arbeitgeber, der wiederum einen Erstattungsanspruch gegen die zuständige Behörde hat. Vom Beginn der siebenten Woche an wird sie in Höhe des Krankengeldes gewährt.

Im Übrigen erhalten auch Selbstständige eine Entschädigungszahlung. Sie beträgt ein Zwölftel des Arbeitseinkommens des letzten Jahres vor der Quarantäne. Laut § 56 Abs. 4 IfSG erhalten Selbständige, die einen Betrieb haben, zudem von der zuständigen Behörde Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den weiteren betrieblichen Ablauf?
Zum Schutz der übrigen Arbeitnehmer ist zu überlegen, ob ein Weiterarbeiten noch möglich ist. Im schlimmsten Fall sind diese Unternehmen zu schließen bis die Gefahr vorüber ist. Arbeitnehmer sind bis dahin bezahlt freizustellen. Dadurch, dass die Arbeitnehmer arbeitsfähig und arbeitsbereit sind, besteht weiterhin eine Lohnfortzahlungspflicht. Denn es handelt sich hierbei um eine betriebliche Sphäre. Infolgedessen sind die Arbeitszeiten nicht nachzuarbeiten.

In dem Fall sind, aufgrund der hohen Belastung für den Arbeitgeber, Alternativen zu überlegen. Hier sind das Verständnis und das Wohlwollen der Arbeitnehmer Voraussetzungen. Arbeitgeber könnten z.B. erfragen, ob ihre Beschäftigten in der Zeit dazu bereit sind

  • einzelne Urlaubstage (Betriebsrat ist mit einzubeziehen)
  • oder Überstunden (Anordnung möglich) in der Zeit zu nehmen.

Sofern im Betrieb eine Regelung zum Home-Office besteht und das die Tätigkeiten zulassen, kann der Arbeitgeber im Rahmen der bestehenden Regelungen seine Beschäftigten auch ins Home-Office schicken, damit sie von dort arbeiten.

Um das Unternehmen durch Senkung der Personalkosten vorübergehend wirtschaftlich zu entlasten, kann Kurzarbeit durch den Arbeitgeber angeordnet werden, soweit dies einzelvertraglich geregelt ist. Zunächst müssen allerdings alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Sofern ein Betriebsrat besteht, hat dieser gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht. Zudem haben Arbeitgeber die Möglichkeit zur Entlastung Kurzarbeitergeld zu beantragen. Wird der Antrag genehmigt, übernimmt die zuständige Arbeitsagentur einen Teil der Lohnkosten.
Fazit: Wenn eine große Zahl von Arbeitnehmern erkrankt, Auftrags- oder Lieferengpässe eintreten und deshalb der Betrieb nicht aufrechterhalten werden kann, trägt der Arbeitgeber das Betriebsrisiko.

Was ist bei Leistungsverzögerung und Nichterfüllung von Verträgen zu beachten?

Durch Materialengpässe oder sogar Betriebsschließungen könnte es passieren, dass vertragliche Leistungen nicht, wie geschuldet, erbracht werden können. Die Haftung für die Folgen eines Leistungsverzugs setzt jedoch ein Verschulden (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) voraus. Der Ausbruch einer Epidemie wird grundsätzlich als höhere Gewalt bewertet und kann durchaus das Verschulden des Leistungserbringers für Verzögerungen ausschließen. Jedoch verbietet sich eine pauschale Bewertung. Vielmehr kommt es auf die Umstände im Einzelfall an. 

So sollte der Betrieb die empfohlenen Schutzvorkehrungen gegen eine Infektionsausbreitung befolgen. Anderenfalls ist der Vorwurf der fahrlässigen (Mit-)Verursachung einer Betriebsschließung nur schwer auszuräumen. Sollte ein Handwerksbetrieb tatsächlich von einer durch den Coronavirus bedingten eigenen Betriebsschließung oder der Betriebsschließung eines Lieferanten betroffen sein, ist stets zu empfehlen, Vertragspartner unverzüglich über die Situation zu informieren und gegebenenfalls neue zeitliche Leistungsziele zu vereinbaren.

Was ist bei einem Handwerkereinsatz in Quarantäne-Häusern/ Wohnungen zu beachten?
Nach Möglichkeit sollten auch dringliche Einsätze in Wohnungen oder Häusern, die zu Quarantänezwecken dienen, auf einen gesundheitlich unbedenklichen Zeitpunkt verschoben werden. Unter Umständen können die Arbeiten jedoch nicht aufgeschoben werden, z.B. wenn Personen in Gefahr sind. Handwerksbetriebe, die einen solchen Noteinsatz durchführen, sollten sich hinsichtlich der zu treffenden Schutzmaßnahmen mit dem zuständigen Gesundheitsamt abstimmen. Entsprechende Schutzmaßnahmen können Schutzbrille, Atemschutzmaske Klasse FFP3, Einmal-Überkittel, Latexhandschuhe sowie Händedesinfektion sein. Des Weiteren ist zu beachten, dass Handwerker, die in Quarantänebereichen arbeiten, in denen sich infizierte Personen befinden, anschließend zum Kreis der Kontaktpersonen zählen, die möglicherweise selbst in Quarantäne gehen müssen.