10.04.2017

Handwerk 4.0: "Am Internet kommt keiner mehr vorbei"

Die Experten Alexander Houben (Volksfreund Online), Eike Dubois (Agentur Phormat), Dr. Thomas Müller (CoelnConcept) mit Geschäftsführer Dirk Kleis (v.l.) - Weitere Fotos in der Bildergalerie dieser Webseite.

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Mittlerweile gehen 85 Prozent der Verbraucher virtuell auf die Suche nach Betrieben, Produkten und Leistungen. Die Präsentation im Netz hat deshalb für ein Unternehmen einen hohen Stellenwert. Wer sich nicht gut präsentiert, fällt durch. Wer nicht gefunden wird, ist einfach nicht da. - Krasse Beispiele,  die am Unternehmertag Handwerk 4.0 deutlich wurden. "Ob man will oder nicht - am Internet kommt man nicht mehr vorbei", machte Geschäftsführer Dirk Kleis die Brisanz deutlich.

Die Kreishandwerkerschaft MEHR hatte für alle Betriebe den Informationstag organisiert. Fünf Fachreferenten informierten über Chancen und Risiken des WordlWideWeb, zeigten Beispiele für eine optimale Präsentation und Auffindbarkeit im Netz auf und beleuchteten die rechtliche Seite und das Thema 'Bewertungen im Internet'. - Das Gesamtpaket enthielt zahlreiche Tipps und Hinweis rund um das Internet. - Umso erstaunlicher, dass  nur wenige Unternehmer den Tag für sich nutzten.  

Der Präsentation im Netz widmete sich Eike Dubois (Agentur Phormat) aus Trier. Er zeigte auf, wie ein Internetauftritt authentisch und sympathisch wirken kann.  "Ein wichtiges Kriterium sind dabei 'echte' Bilder, anstelle von professionellen Agentur-Fotos." Auch sei das Responsive-Design mittlerweile Pflicht, da weit über die Hälfte der User über mobile Endgeräte ins Internet gehe: 58 Prozent über Smartphone, 36 Prozent über Tablet und 78 Prozent via Laptop. Über ein Responsive-Checkcenter könne man  die eigene Webseite auf Responsive-Tauglichkeit prüfen.

Aus dem Hause Volksfreund hatte der Online-Experte und Redakteure Alexander Houben zu Beginn der Veranstaltung die neuen Medien vorgestellt, Whatsapp, Facebook & Co, und am Beispiel www.das-handwerk.de  aufgezeigt, wie eine Webseite bei den Suchmaschinen Google & Co registriert ist. Er empfahl  jedem Teilnehmer, sich die Daten seines Internet-Auftrittes einmal anzuschauen: www.tv-digital-service.de/check.

Um im Netz gefunden zu werden, ist die Suchmaschinenoptimierung (SEO) in allen Phasen wichtig. Erläuterungen zu SEO, nach welchem Prinzip Suchmaschinen filtern und  wie ein Unternehmen im Ranking bei der Suche steigt,  gab Dr. Thomas Müller von CoelnConcept. "Suchmaschinen werden immer intelligenter.  Die Bedeutung von Webseiten mit überwiegend  Agenturbildern, schrumpft bei den Suchmaschinen und auch Keywörter müssen mittlerweile als ganze Phrasen hinterlegt sein." Die Zufriedenheit der Nutzer registrierten Google & Co über Klick-Raten, Absprungraten und Besuchsdauer. Google  habe mittlerweile einen Marktanteil von 95 Prozent, erklärte der Experte die Bedeutung der meist genutzten Suchmaschine. Er empfahl den Unternehmern, sich bei Google Places und Google Business mit ihren Unternehmen zu registrieren.  Ebenfalls zu empfehlen seien  Platzierungen in guten und seriösen Verzeichnissen, beispielsweise bei Kreishandwerkerschaften, Innungen und Verbänden oder bei Gewerbeverbänden und Wirtschaftsfördergesellschaften. 

Rechtsanwalt Rainer Schons erklärte die rechtliche Seite und wies auf einige Fallen hin, die teuer werden können. "Im Netz lauern viele Gefahren: Ansprüche aus Verbraucherrechts- und anderen Verstößen, wie die Verwendung von geschützten Werken sind zu beachten", so der Jurist, unter anderem Experte im Internet-Recht. "Aufgrund von Rechtsverletzungen stehen dem Urheber Unterlassungs-, Auskunfts-, Aufwendungsersatz- und Schadensersatzansprüche zu", sagte Schons und zeigte etliche Beispiele auf.

Vom Kfz-Verband  Rheinland-Pfalz war Andreas Gröbühl nach  Bitburg gekommen, um die Unternehmen auf die professionelle Reaktion bei negativen Bewertungen im Internet einzustimmen. "Bewertungen sind grundsätzlich kein Rechtsthema, sondern immer ein Kommunikationsthema", so der Pressesprecher des Verbands und ermunterte die Teilnehmer, negative Bewertungen ernst zu nehmen und erklärte, wie Bewertungen als Chance genutzt werden können. 
 
Geschäftsführer Dirk Kleis von der Kreishandwerkerschaft MEHR dankte den Referenten für die umfangreichen Informationen und betonte: "Wir werden trotz der geringen Resonanz auf die erste Veranstaltung am Ball bleiben und den Betrieben weiterhin Informationsplattformen zum Thema Internet anbieten."

Weitere Fotos in der Bildergalerie.