20.03.2017

Dachdecker-Innung Trier-Wittlich-Saarburg: Appell an den Gemeinschaftssinn

Die Dachdecker-Innung Trier-Wittlich-Saarburg freut sich über ein neues Mitglied: Andreas Schlöder aus Osburg, der sogleich über den neuen Vorstand der Innung mit abstimmen durfte. Die Wahl des Obermeisters, geleitet von Kreishandwerksmeister Herbert Tschickardt, bestätigte dabei Peter Lay als Obermeister.


Auch die übrigen Ergebnisse der weiteren Wahlen, nunmehr geleitet vom alten und neuen Obermeister Lay, zeigten, dass die Innungsmitglieder mit der bisherigen Vorstandsarbeit zufrieden sind. Klares Indiz dafür auch die Wiederwahl von Jürgen Thieltges zum stellvertretenden Obermeister.
Heinrich Scholtes jr. Wurde zum neuen Lehrlingswart gewählt. Vorgänger Konrad Kremer bleibt dem Vorstand zwar erhalten, schlug Heinrich Scholtes jr. jedoch als seinen Nachfolger vor. „Nach nunmehr 27 Jahren im Prüfungsausschuss und mittlerweile 13-jähriger Tätigkeit als Lehrlingswart möchte ich das Amt in jüngere Hände übergeben“, erklärte Kremer weitsichtig.
Vorab hatte er die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung aber letztmalig zum aktuellen Stand der Dinge in Sachen Ausbildung informiert. „In unserem gesamten Geltungsbereich gibt es derzeit 73 Auszubildende, wovon 25 auf die Innungsbetriebe entfallen“, konstatierte Kremer.
Die Arbeitgebervertreter im Gesellenprüfungsausschuss wurden turnusgemäß wiedergewählt.
Erfreuliche war außerdem die Verleihung des Silberner Meisterbriefs der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg an die verdienten Kollegen Norbert Mahnhardt, Michael Dier und Dietmar Frankreiter.
Neben den Wahlen fielen außerdem folgende Beschlüsse positiv aus:
•    Satzungsänderung: Die Wahlperiode des Vorstands und aller nachstehenden Ausschüsse erhöht sich von drei auf fünf Jahre.
•    Erhebung einer Ausbildungsbetreuungsgebühr für Nicht-Innungsmitglieder mit Aufnahme ins Gebührenverzeichnis der Innung
•    Anpassung des Gebührenverzeichnisses der Dachdecker-Innung
Olaf Fackler, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg, informierte darüber hinaus über die Aktivitäten der Geschäftsstelle, qualifizierte Jugendliche für den Dachdecker- sowie weitere Handwerksberufe zu gewinnen. Im Rahmen des Berichtes aus der Geschäftsführung präsentierte er des Weiteren das Jahresergebnis 2016 und den Wirtschaftsplan 2017, die beide einstimmig verabschiedet bzw. beschlossen wurden.
Auf der Agenda stand des Weiteren ein Vortrag von Rolf Fuhrmann, Geschäftsführer Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Rheinland-Pfalz. Neben fachlichen Dingen – Verbandstag 2018 in Trier, Änderungen im Führerscheinrecht, Binnenmarktpaket usw. – ging es dabei nicht zuletzt darum, was eigentlich eine Innungsmitgliedschaft ausmacht (übrigens nicht nur das Gewerk des Dachdeckers betreffend).
Darunter folgende wesentliche Aspekte, die weit über das reine Beitragszahlen hinaus gehen und heute wichtiger denn je erscheinen:
•    Keine negativen Äußerungen über Innungskollegen: Die Mitglieder sind zwar Konkurrenten, aber auch Kollegen, die einander respektieren sollten.
•    Keine negativen Äußerungen andere Handwerksberufe betreffend: Dachdecker verstehen sich als Teil der großen Handwerksfamilie.
•    Kollegenhilfe auch im Sinne der rechtlich zulässigen erlaubten Überlassung von Mitarbeitern: In Zeiten des Fachkräftemangels sollte man sich gegenseitig unterstützen, soweit dies betrieblich möglich und rechtlich zulässig ist.
•    Kein aktives Abwerben von Mitarbeitern untereinander: Die Fairness gebietet, Innungskollegen nicht durch das aktive Abwerben von Mitarbeitern zu schwächen. Entscheidet sich ein Mitarbeiter dennoch dazu, von einem zum anderen Innungsbetrieb zu wechseln, sollte dies aus eigener Motivation geschehen.
•    Beachtung der Regeln einer konstruktiven Rede- und Streitkultur bei Innungsversammlungen: Dazu gehört auch, den moderierenden Obermeister, dessen Stellvertreter oder sonstige Personen zu respektieren und aussprechen zu lassen sowie andere Meinungen als die andere zuzulassen.
Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten – in einer Zeit, in der viele nur noch an sich selbst denken, aber nicht oft genug betont werden können. Nicht nur mit Blick auf das Innungswesen, sondern gesamtgesellschaftlich betrachtet.
Ein gemeinsames Abendessen im gastgebenden Hotel Deutscher Hof, Trier, rundete die gelungene Veranstaltung ab.

Text / Fotos: Pressebüro JWS, Konz


 

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