08.03.2017

Kraftfahrzeug-Innung Trier-Saarburg: Jahrestagung mit Vorstandswahl

Die Jahreshauptversammlung der Kraftfahrzeug-Innung Trier-Saarburg fand 2017 nicht wie gewohnt im Nell’s Park Hotel, sondern im Park Plaza in Trier statt. Das änderte jedoch nichts daran, dass die Veranstaltung wie immer bestens besucht war. „Sie können wirklich stolz auf Ihre Innung sein“, erklärte dazu Hans Werner Norren. „Keine unserer anderen Innungen kann ähnlich hohe Besucherzahlen auf einer Jahreshauptversammlung verzeichnen“, stellte der Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz in seinem Grußwort klar.
Eigens angereist zur Jahrestagung war Norren im Übrigen wie in den Vorjahren – diesmal allerdings nicht zuletzt, um dem neu konstituierten Vorstand der Kfz-Innung bzw. seinen Mitgliedern zur Neu- bzw. Wiederwahl zu gratulieren. Zu diesem Anlass überreichte Norren das relaunchte Schild „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ stellvertretend an den alten und neuen  Obermeister der Kraftfahrzeug-Innung Trier-Saarburg: Alfons Behr.
Die der Überreichung vorausgehende Vorstandswahl ergab neben Behrs‘ Wiederwahl im Detail folgende Personalien: stellvertretender Obermeister: Torsten Braun; Lehrlingswart: Ludwig Biewen; weitere Vorstandsmitglieder: Elke Schmitt und Herbert Scholtes sowie die neu gewählten Udo Druckenmüller, Manfred Schwall, Rainer Schu und Hans Werner Lex.
Aus dem Vorstand ausgeschieden sind dagegen Adolf Hess jr., Helmut Görres und Heribert Orth. Letztgenannte werden dem Vorstand jedoch weiterhin beratend zur Seite stehen, insbesondere Helmut Görres als AU-Beauftragter und Schiedsmann.
Danach erfolgte die Wahl der Arbeitgebervertreter im Gesellenprüfungsausschuss. Sie entfiel auf Stephan Pehl, Torsten Braun, Ludwig Biewen, Jörg Schiffner, Manfred Schwall und Hans Werner Lex. Geleitet wurden beide Wahlen indes von Herbert Tschickardt, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg.
Auf der Agenda der Jahreshauptversammlung stand des Weiteren die Verleihung des Silbernen Meisterbriefs der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg an Jörg Badry, Jürgen Lehnen, Stefan Neises, Rainer Pinnerl, Frank Vogel und Michael Schabio (in Abwesenheit). Überreicht wurden die Auszeichnungen von Kfz-Obermeister Alfons Behr und Geschäftsführerin Bärbel Schädlich. Weitere Tagungspunkte waren die Abstimmungen über die Genehmigungen des Jahresergebnisses 2016 und den Wirtschaftsplan 2017, die beide einstimmig ausfielen.
Weniger harmonisch – zumindest was den Inhalt betrifft – ging es dagegen beim Bericht von Helmut Görres zu, der wie jedes Jahr auf geradezu humorvolle Art und Weise über die Entwicklung der Kfz-Schiedsstelle informierte. Die Rangliste der insgesamt 35 „echten“  Schiedsfälle – also solcher, die tatsächlich nur Betriebe der Innung betreffen, darunter 21 Markenbetriebe – sah dabei aus wie folgt: 1. Werkstattleistung bzw. mangelhaft ausgeführte Reparaturen, 2. Gebrauchtwagenverkauf, 3. Preis zu hoch, 4. Arbeiten ohne Auftrag. „Besonders die selbstständig erweiterten Arbeiten ohne Auftrag ärgern mich dabei persönlich“, monierte Görres.
Dass so etwas auch zu negativen Bewertungen im Internet führen kann, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Umso wichtiger ist, dass Kfz-Betriebe mit einer solchen Kritik umgehen bzw. sie sogar ins Gegenteil umkehren und für sich nutzen können.
Wie das funktionieren kann, erklärte Andreas Gröhbühl im Rahmen seines Vortrags ‚Was tun bei negativen Kundenbewertungen?‘. Dabei nannte der Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kfz-Landesverbandes Rheinland-Pfalz u.a. folgende drei Richtlinien, anhand derer Negativbewertungen im Internet durch den Kfz-Betrieb kommentiert werden sollten:
•    Kein Unternehmen ist perfekt. Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Zeigen Sie Lösungswege für den Kunden auf.
•    Holen Sie die Online-Kritik in die Offline-Welt. Bieten Sie ein persönliches Gespräch an.
•    Werden Sie besser. Ist etwas an der Kritik berechtigt? Dann verbessern Sie das Verhalten Ihrer Mitarbeiter.
„Denn Kundenbewertungen lassen Verbesserungspotenzial im Betrieb erkennen und gute Kommunikation im Internet schafft Vertrauen, vor allem im Krisenfall“, erklärte der gelernte Journalist. Der Rechtsweg sei dagegen der letzte Weg, der nur im absoluten Ausnahmefall beschritten werden dürfe.
Um eine solche Strategie in die Praxis umzusetzen, müsse man u.a. folgende Voraussetzungen schaffen:


•    Verantwortlichen Mitarbeiter benennen, der über die notwendige stilsichere, höfliche und rechtssichere Schreibe verfügt.
•    Profile in Portalen anlegen und pflegen.
•    Mindestens alle drei Tage den Betrieb googeln, relevante Portale besuchen und positiv reagieren (auch auf ohnehin schon positive Wertungen).
•    Erfreute Kunden zu Bewertungen auffordern.
•    Mit positiven Kommentaren werben.


Zwei weitere, nicht minder interessante, allerdings für das Alltagsgeschäft derzeit (noch) weniger relevante Vorträge trugen zum Gelingen der Veranstaltung bei. Holger Zietz, Repräsentant Innungen und Verbände der Zeitschrift kfz-betrieb (Vogel Medien, Würzburg), sprach zum Thema ‚Entwicklungen und Gerüchte im Kfz-Gewerbe‘.
Professor Wolfgang Henseler, Creative Managing Director der Sensory-Minds GmbH, Offenbach am Main, widmete sich indes dem Thema ‚Digitale Transformation: Wie innovative Technologien und smarte Produkte Unternehmen und Wirtschaft verändern‘.


Nicht nur die Auswahl dieser Vorträge, sondern auch die Veranstaltung selbst, fiel auch 2017 einmal mehr auf fruchtbaren Boden, was nicht zuletzt die hohe Besucherzahl belegte. „Eine Geschlossenheit, die unsere Branche dringend benötigt, um den vielfältigen Herausforderungen wie Nachwuchs- und Fachkräftemangel bzw. Abwanderung geeigneter Fachkräfte nach Luxemburg sowie teilweise übertriebenen Umweltauflagen entschieden entgegentreten zu können“, erklärt Obermeister Alfons Behr.

Text / Fotos: Pressebüro JWS, Konz


 

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